18. Juni 2008

Another f*****g lovesong

Filed under: Kurzgeschichte — at 00:05

Titel: Another f*****g lovesong
Autor: Namie
Rating: PG-13
Status: beendet
A/N:
Alles folgende ist ein Produkt meiner Phantasie, es ist ausgedacht, pure Fiktion. Die genannten Personen gehört selbstverständlich nur sich selber oder sind ebenfalls ausgedacht. Ich mache weder Geld damit, noch behaupte ich, irgendetwas innerhalb dieser Fic entspräche der Wahrheit. Alles meiner Phantasie entsprungen 😉
Das Copyright der Story liegt bei mir dem Autor, sie darf nicht ohne Erlaubnis wo andres veröffentlicht oder in gedruckter Form weitergegeben werden!

Warnings: Drama, Tod, Slash, m/m
Fandom: Hauptcharakter heißt Johnny und ist angelehnt an Johnny Depp + Boygroups
Feedback: immer sehr sehr sehr gern =o)

Song: Lovesong – Amiel

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Thanks you’ve been fuel the thought
Now im more lonely than before
But thats okay i’ve just ready-made another fucking love song
And thanks you’ve been fuel the thought
Now im more lonely than before
But thats okay i’ve just ready-made another fucking love song

+++

„Nur mal nett Nachfragen!“, sagte Ray und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
„Es ist besser wir warten darauf, das die uns Bescheid geben, sonst denken die noch, wir brauchen sie ganz nötig!“, Brain blickte auf Ray.
„Verdammt, das tun wir doch auch!“
„Ray hat Recht, jetzt warten wir schon seit sechs Wochen auf eine Nachricht, wir sind auch nicht die einzige Band, die ein Demo zu der Plattenfirma geschickt hat!“, sagte Leon.
„Und genau deshalb dauert es auch so lange, bis wir etwas von denen hören!“, sagte Brain.
„Aber es macht vielleicht einen guten Eindruck, wenn wir uns persönlich darum kümmern und Nachfragen!“
„Und das soll ausgerechnet Ray machen!?“
„Er hat gesagt, er will nett Nachfragen, von auf den Tisch schlagen und den Chef anspucken hat er nicht gesprochen!“, Leon zuckte die Achseln.
„Ich gebe mir Mühe, schließlich brauchen wir den Typ!“

+++

Ray betrat langsam das Gebäude von Dice Records, eine Sekretärin saß an ihrem Schreibtisch und nahm Telefonate entgegen. Ray ging zu ihr und wartete darauf, das sie fertig gesprochen hatte.
„Kann ich ihnen helfen?“
„Ja ich wollte zu Mr. Dice!“
„Oh das ist aber ärgerlich, der ist heute gar nicht hier!“
Scheiße, dachte Ray.
„Aber, sie erreichen ihn in seinem Studio!“
„Komisch, ich dachte das wäre hier!“
„Ja schon, aber zuhause hat er ebenfalls eines, fahren sie doch dorthin, da treffen sie ihn bestimmt!“

Ray machte sich also wieder auf den Weg und das Taxi hielt diesmal vor einem großen Tor. Ray stieg aus, das Grundstück war riesig. Vor dem Tor war ein Apparat angebracht, Ray betätigte den Knopf und plötzlich schallte es: „Willkommen bei Familie Dice.“
Sprechen sie nach dem Piepton!, dachte Ray.
„Hallo, Guten Tag, ich möchte zu Mr. Dice, man hat mir in ihrem Laden gesagt, ich solle es hier versuchen!“
„Jemand wird ihnen das Tor öffnen!“
Ein Mann mit Sonnenbrille und schwarzem Anzug öffnete das Tor und durchsuchte Ray, dann brachte er ihn in die Villa.
„Mr. Dice wird sie in seinem Büro empfangen, ich habe schon Bescheid gesagt!“, sagte ein hübsche Blondine zu Ray.
Sie begleitet ihn zum Büro und sagte Mr. Dice, das jemand ihn sprechen wollte. Ray betrat das Büro. Ein weißhaariger Mann saß hinter einem Schreibtisch, hatte die Beine auf diesen gelegt und grinste wie ein kleines Kind. Ray hatte sich den großen Mr. Dice Records irgendwie anders vorgestellt.
„Hallo, ich bin Ray Brown, ich komme, weil, also wir haben ihnen eine Demokassette von uns geschickt und da wollte ich mal fragen, ob sie sich da eventuelle schon entschieden haben!“
„Mein Junge, schau mal da hinten“, er deutet auf eine riesen Kiste voller Kassetten und CDs, „das sind alles Demokassetten, die ich mir noch anhören muss und das schlimme daran ist, das bei alle denen vielleicht nur eine gute dabei ist!“
„Sicher! Unsere!“
„Du bist sehr selbstbewusst. Was steht auf der Kassette drauf.“
„Der Name unserer Band ‚Five‘!“
Mr. Dice stand auf und beugte sich zu der Kiste herunter, er wühlte drin herum, stand dann wieder auf und rief die Blondine herein.
„Such mir ‚Five‘ daraus!“
Sie nahm die Kiste mit nach draußen und schloss hinter sich die Tür.
„Was seid ihr für eine Band?“
„Also, wir sind fünf Jungs, deshalb auch der Name!“
„Eine Boyband hatte ich noch nie unter Vertrag.“
„Wir sind keine BOYband, wir spielen alle ein Instrument!“
„Was noch lange nicht bedeutet das ihr keine Boyband seid!“
Die Blondine kam wieder herein, legte das Tape ein und die Musik ertönte. ‚Five‘ hatten sich auf härtere Musik spezialisiert, kein Heavy oder so etwas, aber schneller, als die Balladen der anderen Boygroups. Ihr erstes Lied, was sie in einem Studio unter ziemlich schlechten Bedingungen aufgenommen hatten hieß ‚Everybody‘.
„Boybands gibt schon wie Sand am Meer, außerdem habe ich keine Ahnung, was die jungen Leute so bevorzugen!“, Dice setzte sich wieder hin und sagte zu seiner Sekretärin. „Holen sie JJ, er soll sich das anhören!“
„Sie sind der Musikproduzent, sie müssen doch wissen was angesagt ist!“
„Eigentlich manage ich, wie schon gesagt, keine Boygroups!“, er wendet sich von Ray ab und sagte zu jemandem der das Büro betreten hatte: „JJ, wie gefällt dir diese Musik, hören so etwas die Kids?!“
JJ sagte nichts.
Dice wendete sich wieder Ray zu: „Was wollen sie jetzt eigentlich von mir hören?“
„Nun, wir haben ein Demo an ihre Firma geschickt und ich wollte mal freundlich nachfragen, weil wir keine Nachricht erhalten haben, ob wir vielleicht damit rechnen könnten, das sie uns managen.“
„Ich finde die Musik nicht übel, ich denke du solltest mal nicht nur Musik für alte Hasen in deinem Label haben!“
„JJ, das habe ich nicht!“, sagte Mr. Dice, zu jemandem, der hinter Ray stand. JJ trat an den Schreibtisch und stand nun Ray gegenüber.
„Wie heißen denn die anderen aus der Band.“
Ray starrte zu JJ, irgend etwas hatte ihn gerade durchzuckt, er konnte seine Augen nicht mehr von ihm wenden, irgendwie war ihm komisch, alles dreht sich.
„Ich habe sie etwas gefragt!“
„Oh bitte, was?“
„Wie heißen die Mitglieder ihrer Band?“
„Emm, Brain, Sean, Trey!“
„Sie sagten doch ihr Name wäre ‚Five‘, da sie fünf Mitglieder sind!“
„Richtig Five! Und ich bin Ray!“
„Schön, trotzdem fehlt noch einer!“
„Ja und Sean!“
„Das sagten sie doch schon!“
JJ grinste.
Ray grinste wie blöde zurück. „Wirklich?“
„Haben sie irgendwas genommen? Sich Mut angetrunken, oder was?“
„Ja, nein, nie!“
„Was denn jetzt?!“
„Leon!“
„Bitte?“
„Das ist der fünfte Mann aus der Band!“
„Ach so, na ja! JJ du meinst also die Musik wäre ganz gut?!“
„Ja, kann ich jetzt wieder gehen!“
„Sicher, geh nur!“
„Nein geh nicht!“, Ray wäre am liebsten im Erdboden versunken, er hatte so eben ausgesprochen was er sich insgeheim gewünscht hatte.
„Warum denn nicht?“, JJ war stehen geblieben.
„Kommt noch ein Lied!“, stammelte Ray.
„Na und!“, JJ ging.

„Weißt du was, Junge. Komm doch einfach mit deiner Band zu meiner Dinerparty am Samstag, da könnt ihr uns etwas vorsingen und ich entscheide mich dann, in Ordnung?“, sagte Dice und grinste Ray etwas verwirrt an.
„Samstag? Hm, ist gut!“, Ray stand auf und schüttelte Dice die Hand, „Dann bis Samstag!“

+++

„Um wie viel Uhr denn?“, sagte Leon.
„Das hat er gar nicht gesagt, er hat nur gesagt Samstag, da dachte er wohl, ich weiß wann so die Dinerpartys anfangen.“
„Du hast dich sowieso schon zum kompletten Idioten gemacht, da konntest du auch noch fragen, wann denn für gewöhnlich die Dinerpartys beginnen!“
„Ich muss euch was sagen!“, Ray wurde still.
„Was denn jetzt? Was hast du gemacht?“, sagte Brain etwas skeptisch.
„Mr. Dice, der hat einen Enkel!“
„Uiiiii wie wunderlich, wo hat er den bloß her?“
„Als der rein kam dachte ich, ich fall‘ vom Stuhl!“
Die anderen blickten Ray an.
„Er sah aus wie Johnny, etwas Jünger, aber ansonsten genau wie er!“
„Ray…,“ Trey legte ihm einen Arm auf die Schulter, „wir wissen das dich Johnnys Tod ganz schön mitgenommen hat, aber jetzt fängst du an durchzudrehen!“
„Ach, red doch nicht, ihr werdet ihn ja sehen, auf dieser verdammten Dinerparty. Wir gehen da einfach um 20 Uhr hin, da fangen für gewöhnlich Partys doch an, oder?!“

+++

Um 20 Uhr standen die Fünf dann auch schließlich am Samstag alle bei Mr. Dice vor der Tür, der Butler lies sie herein.
„Wir haben eine Einladung von Mr. Dice zur Dinerparty!“, sagte Ray stolz.
„Sie sind reichlich spät! Treten sie doch ein!“, der Butler führte sie in die Vorhalle und ging in den nächsten Raum, den Speisesaal.
„Die jungen Männer von der Band sind eingetroffen Sir!“
„Ja, lass sie herein, James!“
Der Butler kam wieder in die Vorhalle.
„Sie dürfen eintreten!“
Er führte sie in den Speisesaal, einen riesigen Raum, in dem eine Tafel stand, an der ganz viele Leute bereits platzgenommen hatte und die schon, die vor ihnen stehenden Speisen einnahmen.
„Sie sind reichlich spät!“, sagte der Gastgeben und bat die fünf sich zu setzen.
Sie suchten sich freie Plätze und bekamen dann vom Butler einen nett dekorierten Teller mit irgendeiner exotischen Speise.

Nach dem Diner verlagerte sich die feine Gesellschaft ganz langsam vom Speisesaal, in das noch größere Wohnzimmer, das verbunden war mit er Eingangshalle und so überdimensional groß wirkte. Die Leute verteilten sich. Neben der Eingangstür, standen Tische aneinander gereiht, auf denen ein köstliches Buffet aufgebaut war.
Ray, Brain, Trey, Sean und Leon mischten sich zwischen die Leute und sahen sich die feine Gesellschaft an, sie trauten sich gar nicht etwas zu tun, es wollte ja keiner auffallen.
Ray hatte irgendwann genug. Es war ihm zu heiß im Raum, die Leute redeten über nichtige Probleme und außerdem hatte Ray so gehofft Mr. Dice‘ Enkel wieder zutreffen, doch der war nicht da. Deshalb schlenderte er durch den Raum, denn gegenüber von der Eingangstür befand sich eine Terrassentür nach draußen. Vorsichtig und leise schob Ray sie auf und trat hinaus, dann schob er die Tür vorsichtig wieder hinter sich zu.

Stille. Frische Luft. Zeit zum Nachdenken.

Ray atmete tief durch. Seit Johnnys Tod war er sehr nachdenklich geworden, er wäre am liebsten gar nicht mehr hier. Er wollte in seinem Bett sein, alleine mit seiner Trauer und seinen Gedanken.
Plötzlich hörte Ray ein plätschern, so als ob jemand etwas in Wasser getaucht hätte. Er sah sich um, natürlich war draußen ein Pool und an dessen Ende konnte Ray, jetzt wo sich seine Augen an das schwache Licht gewöhnt hatten, jemanden sitzen sehen. Einer der genauso gern alleine ist wie ich, dachte Ray.
Ray schlenderte auf die Gestalt am Pool zu, als er Nahe genug war, erkannte er wer dort saß und er war sehr erfreut darüber, denn es war JJ, der Enkel von Mr. Dice.
„Hallo!“, sagte Ray leise.
„Naa…“
„Wieso bist du nicht drin, bei der Feier?“
„Weil mir diese scheinheiligen Heuchler da drin alle auf den Wecker gehen!“
„Dir auch…???“, flüsterte Ray.
„Wie Bitte? “
„Nichts, mir war sehr heiß im Haus!“
„Ach so, na wenn dir heiß ist, dann spring doch mal in den Pool, das tut echt gut, ist erfrischend und kühlt ab!“, er stand auf und zog sich sein T-Shirt über den Kopf. „Ich komm mit!“
„Ich habe keine Badehose dabei!“
„Ich auch nicht!“, er zog Hose und Unterhose gleich zusammen aus und sprang in den Pool.
Ray war etwas verschüchtert, er wusste nicht was er machen sollte.
JJ tauchte wieder auf.
„Komm doch, es ist herrlich hier drin.“
„Die Leute da drin können hier raus sehen!“
„Und?!“
Ray zog sich schnell aus und sprang zu JJ in den Pool. Er wusste nicht wie er sich verhalten sollte, sie waren jetzt immerhin beide nackt und nur ein paar Meter Wasser trennten sie. JJ war sehr forsch und überhaupt nicht schüchtern, er neckte Ray.

+++

„Und jetzt? Ich kann doch nicht so nass wieder in meine Klamotten und wieder zur Feier da rein spazieren.“
„Zieh dir was über, wir gehen durch den Lieferanteneingang ins Haus und ich gebe dir in meinem Zimmer ein Badetuch und ein trockenes Hemd!“
Ray stieg schnell aus dem Pool und zog sein Hemd über, sie liefen so unauffällig wie möglich zum Haus, gingen an der Seite entlang, bis JJ stehen blieb, sich an die Wand lehnte und langsam die Tür öffnete, er blickte hinein und schloss sie schell und leise wieder.
Er atmete tief, sein Kopf hatte er gegen die Wand gelehnt und Ray stand jetzt vor ihm.
„Der Butler ist noch da, dem willst du in dieser Garderobe bestimmt nicht über den Weg laufen, oder?!“
Eine Strähne seiner nassen Haare fiel ihm ins Gesicht. Ray überlegte nicht, er schloss einfach die Augen, nahm seinen Kopf sanft zwischen beide Hände und küsste ihn. JJ erwiderte den Kuss, es wurde immer heftiger.
„Wir sollten besser reingehen!“, JJ öffnete erneut die Tür, „Luft ist rein!“
Sie schlichen hinein, durchquerten die große Küche und tapsten auf Zehenspitzen die Treppe hoch.
„Das ist dein Zimmer!“, Ray war mehr als erstaunt.
„Ja, das ist das Penthouse, es hat mal meinem Vater gehört, jetzt wohne ich hier.“
JJ ging vor ins Schlafzimmer, öffnete dort eine weitere schmale Tür und betrat den begehbaren Kleiderschrank.
„Hier finden wir schon was passendes!“
„Ein Schrank, du meine Güte!“
JJ lehnte sich gegen einen der Stützpfeiler und blickte Ray an, jetzt gab es kein halten mehr, sie waren alleine, ungestört, hatten Ruhe und keiner würde herein kommen, weil alle auf der Dinerparty waren.
Ray küsste ihn stürmisch, hielt ihn fest, drückte ihn gegen den Pfeiler und drehte ihn schließlich um.
„Nicht hier!“, sagte JJ.
„Nicht im Kleiderschrank, meinst du?“
„Nicht im stehen meine ich!“
Ray machte sich keine großen Sorgen über JJ’s Alter oder über die Konsequenzen, die es haben würde, wenn JJ’s Grandpa davon erfahren würde. Im Augenblick konnte er nur an eines denken und das steuerte ihn.
Stöhnend drehte er sich um, JJ ging nach draußen und schon lagen sie im Bett, Ray hatte die Kontrolle übernommen und drang ganz langsam in JJ ein. Er stöhnte auf und Ray war plötzlich den Tränen nahe, in diesem Moment vermisste er Johnny plötzlich wie noch nie. Oder musste er weinen, weil er eben gar nicht an Johnny dachte, fühlte er sich schuldig?

Nach einer stürmischen Nacht, erwachte Ray morgens in einem ihm fremden Bett, er brauchte einen Weile, um zu verstehen wo er war, als er JJ friedlich schlafend neben sich liegen sah, drehte er sich zu ihm und beschloss einfach noch einen Moment diese Harmonie zu genießen.
Als JJ die Augen aufschlug, blickte er in die Tränennassen Augen von Ray.
„Hey? Was ist denn mit dir?“
Ray wischte sich die Tränen weg und strich JJ über den Kopf.
„Was stimmt denn nicht?“
„Alles, oder nichts! Kann man sehen wie man will!“
JJ sagte nichts.
„Du wirst doch deinem Großvater nichts davon erzählen?“
„Nein! Keine Sorge!“, sagte er schnippisch.
Ray wusste weder was er sagen, noch, wie er sich verhalten, sollte.
„Warum hast du geweint?“, JJ sprach ganz ruhig.
„Ich war so traurig.“
„Wieso denn? Hat es dir nicht gefallen?“
„Ach, JJ, weißt du, du erinnerst mich einfach total an einen Mann, den ich über alles geliebt habe.“
„Aha?!“, Missverständnis machte sich auf seinem Gesicht breit.
„Mein Freund ist vor knapp einem Jahr gestorben, weißt du!“
„Also doch!“, sagte JJ leise.
„Was?“
„Tut mir echt leid!“
„Weißt du, ich habe ihn wie wahnsinnig geliebt! Und du siehst aus wie er, nur jünger. Klingt verdammt reif für die Geschlossene, was?!“
„Weißt du, wofür JJ steht?“
„Woher soll ich denn das wissen?“
„Für Johnny Jesse!“
„Johnny?“, Ray schluckte.
„Ich hab mir so was gedacht, ich war mir aber nicht sicher, erst nach dem, was du eben gesagt hast!“
„Was hast du dir gedacht? Was habe ich gesagt? Und wovon sprichst du eigentlich?“
„Ray, Johnny war mein Vater!“
„Johnny war dein Vater? Ja was denn für ein Johnny jetzt?!“
„Dein Johnny!“
Ray wurde blass, konnte nichts sagen, starrte einfach nur JJ an.
„Ich habe dich auf der Beerdigung gesehen, du standest weit weg und als du hier warst, wegen dem Plattendeal, da hatte ich so eine Vermutung!“
„Duuu, du, bist, Johnnys Sohn?!“
„Ja!“
„Johnny hatte keinen Sohn!“
„Doch, mich!“
„Ich habe mit ihm zusammen gelebt!“
„Und ich habe hier gelebt, er hat mich oft besucht, Ray. Johnny war erst 15 als ich geboren wurde, meine Großeltern haben mich gegen seinen Willen zu sich genommen und seit dem Tag, hat er sich von ihnen abgewendet.“

Dick und Fara liebten ihren Enkel und sie ermöglichten ihm alles. Was sie geben konnten, bekam er. JJ wuchs als Kind reicher Leute auf. Doch das hieß nicht, dass er eine besser Kindheit hatte, als anderen Kinder, denn Geld ist nicht das wichtigste für ein Kind, JJ hatte eine ziemlich einsame Kindheit.
Seine Großmutter Fara verbrachte den Tag mit Empfängen, im Tennisclub, in einer teuren Boutique oder brunshte mit anderen reichen Frauen. Und Dick, Johnnys Großvater, hatte schon als Johnny noch zuhause gelebt hatte, nie Zeit gehabt. Ihm gehörte eine der größten Plattenfirmen der Staaten und deshalb war er immer viel unterwegs gewesen. Das hatte sich zwar inzwischen etwas geändert, aber er war immer noch meist mit seiner Arbeit beschäftigt.

Aus diesem Grund, weil seine Eltern nie Zeit für ihn gehabt hatten, war Johnny früh von zuhause weggegangen, um sein eigenes Leben zu beginnen. Um JJ kämpfte er mehr, wie um alles andere, er wollte sein Kind bei sich haben.
Als JJ geboren wurde, war Johnny erst 15 Jahre gewesen und das vorläufige Sorgerecht hatten Johnnys Eltern bekommen, weil sich auch die Mutter des Jungen nicht um ihn kümmern konnte. Als Johnny volljährig war, taten Fara und Dick alles, um das Sorgerecht zu behalten, denn sie waren der Meinung, dass Johnny kein Kind großziehen konnte, denn mit dessen „Neigung“ sollte das Kind gar nicht konfrontiert werden.
Johnny kämpfte weiter um das Sorgerecht. Kurz vor seinem Tod, hatte er überlegt Ray zu bitten, sich um JJ zu kümmern, damit der nicht bei diesen Geldgeilen Snobs aufwachsen musste. Aber zu diesem Zeitpunkt war es zu spät gewesen, für ein solchen Bekenntnis Ray gegenüber. Es war für Johnny die schrecklichste Vorstellung gewesen, dass JJ nach seinem Tod für immer bei seinen Großeltern bleiben musste. Johnny war so ganz anders, wie seine Eltern und seinen Sohn hatte er über alles geliebt.

Ray wusste nicht was er sagen sollte, mit halboffenem Mund sah er JJ an und murmelte plötzlich: „Johnny Jessy!“
„Ja!“
„Wieso bist du mit mir ins Bett gestiegen, verdammt, wenn du das doch gewusst hast!?“, sagte er sauer.
„Vielleicht wollte ich wissen wie das ist. Wie es für Johnny war, wie du zu ihm warst oder was er so an dir geliebt hat! Oder wie es ist wie wahnsinnig geliebt zu werden!“
„Grandioser Einfall!“, brüllte Ray.
„Wieso bist du denn jetzt so sauer?“
„Weil ich nicht gerne verarscht werde, JJ.“
„Aber das hab ich nicht…“, JJ war traurig über das war Ray sagte.
„Wenn du es vorher gewusst hast, hättest du es mir sagen müssen!“
„Und was hätte das geändert?“
„Ich hätte dich nicht flachgelegt, verdammt!“, Ray stand auf und zog sich seine Klamotten wieder an.
Er ging zur Tür, blickte noch mal zu JJ und verließ dann das Zimmer. JJ vergrub sein Gesicht im Kopfkissen und schluchzte.

+++

Als Ray seine Wohnung aufschloss gingen ihm so viele Sachen durch den Kopf, das er das Gefühl hatte, dieser würde gleich Platzen. Irritiert setzte er sich ins Wohnzimmer und starrte eine Weile vor sich hin, dann griff er zum Telefon und rief Leon an.
„Kannst du vorbei kommen? Ich brauche jemand zu reden!“, bat er diesen und der tat seinem besten Freund natürlich diesen Gefallen.

Als Leon kam hatte Ray zumindest mal seine Klamotten gewechselt und in der Küche Wasser für eine Tütensuppe aufgekocht.

„Wo bist du denn den ganzen Abend gewesen??“, fragte Leon, als er eingetreten war.
„Mir war das alles etwas viel!“
„Bist du gegangen?“
„Nein!“
„Na als wir gingen, warst du jedenfalls auch nicht mehr da!“
„Ich war nur oben!“
„Und was hast du da gemacht?“
„Leon, ich war bei JJ!“
„Dice Enkel???“
„Ja!“
„Was wolltest du bei dem?“
Ray senkte den Blick.
„Lass ja die Finger von dem!!“
„JA, weißt du…ich…“
„DU HAST IHN FLACHGELEGT???“
Ray wisch Leons Blick aus.
„Wie konntest du nur!“
„Es ist alles viel komplizierter!“
„Aha?? Da bin ich aber mal gespannt!!“, Leon verstand nicht, wie Ray das hatte tun können.
„Weißt du noch was ich von ihm erzählt habe?“
„Ja, das er aussieht wie Johnny … und deshalb warst du bei ihm??“
„Ich hatte recht damit, das war keine Einbildung oder Idiotie! Er sieht aus wie Johnny!“
„Ach Ray, wie soll denn das möglich sein?“
„Er ist sein Sohn!“
„Wer? Wessen?“
„JJ ist Johnny Sohn!“
„Johnny hatte keinen Sohn, Ray!!“, Leon machte sich ernsthafte Sorgen, seit Johnnys Tod hatte sich Ray in die Merkwürdigsten Dinge verrannt oder sich ganz zurück gezogen, aber jetzt nahm es bedenkliche Formen an.
„Das dachte ich doch auch! Aber es stimmt. JJ hat es mir erzählt. Er hat sein ganzes Leben bei seinen Großeltern gelebt, weil sie das Sorgerecht haben. Johnny war erst 15, als JJ zur Welt kam!“
„Oh … mein … Gott! Und trotzdem hast du mit ihm geschlafen?!“
„Ich wusste es doch nicht, wirklich, er hat es mir erst nachher erzählt!“
„Aber das er noch minderjährig ist, konnte man sicher sehen! Und das er der Enkel von dem Typ ist, der uns nie einen Plattenvertrag gibt, wenn das raus kommt, dass wusstest du auch!“
„Ja, ja, du denkst nur an den Vertrag!“
„Tue ich nicht. Also, was hast du jetzt vor? Und überhaupt, was hast du dem Jungen gesagt?“
„Ich habe ihn angebrüllt und bin gegangen, was wohl nicht ganz richtig war!“
„Stimmt wohl!“

Es läutetet, Ray stand auf und nahm den Hörer der Gegensprechanlage ab: „Ja?“
„Ich bin’s JJ, lässt du mich kurz rein?!“
„Er ist es!“, sagte Ray leise zu Leon.
„Mach ihm schon auf!“
„Komm hoch!“, sagte Ray in den Hörer, und drückte den Knopf, der unten die Haustür öffnete.

JJ betrat Rays Wohnung und ging zusammen mit diesem ins Wohnzimmer, wo auch Leon saß.
„Hi!“, sagte JJ und blickte sich etwas unschlüssig um. „Ich wollte nicht stören, oder so was!“
„Willst du was bestimmtes?“, Ray merkte, das egal was er gesagt hätte, es hätte blöde geklungen, wie auch das, was er gesagt hatte.
„Ich bin nur hier um dir das zu geben!“, JJ zog einen Umschlag aus der Hosentasche.
„Was ist das?“
„Ein Brief, Johnny hat ihn geschrieben und falls wir uns je kennen lernen würden, sollte ich ihn dir geben!“
Ray blickte JJ irritiert an. Er gab ihm das Kuvert und drehte sich um.
„Ich gehe jetzt, damit du ihn in Ruhe lesen kannst!“

+++

Hallo mein Liebster,
es fällt mir nicht leicht diesen Brief zu beginnen, hier für einen Anfang zu finden.

Wenn Du ihn ließt, dann heißt das, ich bin nicht mehr am Leben. Das ist okay, ich habe gewollte, dass es so kommt, sonst hätte ich den Brief gar nicht verfasst.

Du wirst mir unendlich fehlen, wenn ich nicht mehr hier sein kann – ich weiß das – dem vorausgesetzt, ich kann dann noch etwas empfinden. Du warst für mich immer der wichtigste Mensch in meinem Leben.

Aber in meinem anderen Leben, dem was ich früher geführt habe, da gibt es auch einen Menschen, der für mich alles bedeutet.
Wenn Du diesen Brief in den Händen hältst, heißt das auch, dass Du ihn endlich kennen gelernt hast.

Bitte verzeih mir, das ich ihn Dir nie vorgestellt habe, dass lag wohl daran, dass ich Dich nicht mit zu meinen Eltern nehmen konnte. Aber ich hätte Dir von ihm erzählen sollen!
Jetzt ist es zu spät dafür, ich habe nicht mehr die Kraft, mich noch mal mit der ganzen Geschichte und den damit verbunden Schmerzen auseinander zusetzten.

Am meisten weh tut mir, das JJ jetzt für immer bei meinen Eltern bleiben muss, dass habe ich nie gewollt. Aber jetzt hat er ja Dich und wenn Du zu ihm auch nur annähernd so bist, wie zu mir, dann weiß ich, dass Du Dich gut um ihn kümmerst.
Das soll nicht heißen, dass ich Dich hier zu irgendwas verpflichten will.
Ich meine nur, dass Du der warmherzigste Mensch bist, denn ich kenne und das Du davon etwas JJ abgeben wirst, dem bin ich mir gewiss.

Was bleibt zu sagen, vielleicht erzählst Du JJ etwas über mich, etwas über uns. Er hat zwar den Vorteil, dass er weiß das es dich gibt und was uns verband, aber er kennt nicht die ganze Geschichte, mit all ihren tiefen Gefühlen. Diesen Gefühlen, die Dir jetzt sehr schmerzhaft vorkommen müssen und die mich manchmal schier zerreißen, wenn mir der Tumor wieder einfällt.

Lass ihn merken, was ich gemerkt habe – nämlich das hinter Deiner eigenartigen Fassade der beste Mann steckt, den ich mir vorstellen kann.
Lass ihn spüren, was ich gespürt habe – Deine Gefühle mir gegenüber, haben mich immer wieder überwältigt.
Lass ihn lachen, so wie Du mich zum lachen gebracht hast – dafür werde ich Dir ewig dankbar sein!
Sei sein Fels, so wie Du immer mein Fels in der Brandung bist.

Ich weiß gar nicht, was ich mir mehr wünschen soll, dass ihr euch so gut versteht, wie wir das tun oder das Du auf Ewig an mich gebunden bist, wie wir uns das dereinst geschworen haben!

Friedlicher schlafen lässt mich der Gedanke, das jemand, den ich so sehr liebe, dass es weh tut, sich um JJ kümmert. Der Platz in Deinem Herzen ist mir gewiss, dass weiß ich, weil Du es mir gesagt hast. Der Platz in meinem Herzen gehört euch beiden für immer!!

Sei JJ einfach ein genauso guter Freund, wie Du mir einer bist, um mehr will und kann ich Dich nicht bitten!

Der Gedanke daran, lässt mich besser meinen Frieden damit machen, dass ich es nicht geschafft habe, JJ von meinen Eltern wegzuholen!

In ewigster, tiefster Liebe
Dein Herz und mein Herz – in Liebe vereint!
Johnny

+++

+++

Ray verließ das Schlafzimmer mit einem Taschentuch in der Hand, er wischte sich noch mal die Tränen aus den Augen und schnäuzte einmal, bevor er zu Leon ins Wohnzimmer trat.
Leon blickte ihn an und spürte, das es besser war, nichts zu sagen, er wartete bis Ray bereit dafür war.
„Das ist einfach zu viel!“
„Was meinst du? Hast du den Brief gelesen?“
„Ja und da wusste ich wieder, weshalb ich ihn so sehr liebe!“
„Hmmm!“, Ray nickte.
„Aber das war einfach ein wenig too much, das jetzt zu lesen, nachdem er… er wusste, als er den Brief schrieb, dass ich ihn erst lesen werde, wenn er nicht mehr da sein wird!“
„Aber wie konnte er so sicher sein, dass du JJ triffst?“
„Ich glaube, dass war er nicht! Er hat den Brief nur für den Fall geschrieben, dass wir uns begegnen!“
„Ja, oder er dachte, das JJ dich bestimmt sucht!“
„Nein!“
Sie schwiegen.
„Der Brief ist so wunderschön!“, Ray liefen die Tränen die Wangen hinunter. Leon legte ihm einen Arm um die Schultern und zog ihn zu sich.
„Komm schon, er wollte nicht das du weinst!“
„Aber… wenn er so was schreibt, dann kann man ja nur heulen!“
„Ja, ich verstehe dich! Aber es tut mir leid, wenn du immer wieder so tief runtergezogen wirst!“
„Seit er weg ist, ist einfach alles anders!“
„Dann kümmere dich jetzt um JJ!“
„So?? Vorhin hast du noch gesagt, ich soll die Finger von ihm lassen!“
„Aber vorhin war er auch noch ein Fremder, jetzt ist er Johnnys Sohn. Damit ist er kein Fremder für dich und auch nicht für mich!“, Ray stand auf und holte den Brief aus dem Schlafzimmer. Er hielt ihn Leon hin.
„Das musst du nicht .. also, was soll ich denn… der Brief ist doch für dich!“
„Du kannst ihn ruhig lesen, wenn du magst!“
Leon nahm den Brief und begann ihn zu lesen. Ihm kamen beim Lesen die Tränen, dass er einige Mal absetzte musste, weil er die Wörter nicht mehr erkennen konnte.

Leon seufzte. „Das ist wunderschön!“
„Das war Johnny!“
„Ich weiß das ihr euch immer näher wart wie alle anderen Paare die ich je kennen gelernt habe, aber dieser Brief lässt im Ansatz erahnen, das es noch viel mehr gewesen sind muss!“
„Und deshalb tut es so weh!“, sagte Ray irgendwie erleichtert, erleichtert darüber, das Leon ihn endlich zu verstehen schien.
„Wo ist denn JJ hin?“, fiel Ray plötzlich ein.
„Er hat gesagt, er geht, damit du den Brief in Ruhe lesen kannst!“
„Ob er noch mal wieder kommt?“
„Was willst du denn jetzt tun? Ich meine Johnny hat mit dem Brief sicher nicht gemeint, dass du JJ flachlegen sollst!“
„LEON!“
„Ist doch wahr!“
„Das war doch alles ein riesengroßer Irrtum!“
„Soll ich dir sagen was das war!?“
„Da bin ich aber gespannt…“
„Das war kein Irrtum, du hast das getan, was du tun wolltest, weil er dich tierisch scharf macht, so wie es zuvor nur Johnny getan hat!“
„Ja! Aber…“
„Aber? Er ist sein Sohn, ja! Trotzdem ist es keine Inzucht, oder so was! Und er ist auch kein Kind mehr!“
„Aber er ist 15!“
„Hm, dann sollte sein Großvater besser nichts davon erfahren!“
„Ja, ja der Plattenvertrag!“
„Deswegen meinte ich nicht! Aber er könnte dich Anzeigen!“

+++

Ray hatte das Bedürfnis mit JJ zu reden, über den Brief, darüber, dass er ihn so schroff behandelt hatte und das er einfach gegangen war.
JJ’s Großvater war zum Glück nicht da und am Butler kam er leicht vorbei, dann klopfte er an die Tür zum Penthouse. JJ öffnete und blickte ihn ungläubig an.
„Was willst du hier?“
„Ich wollte noch mal mit dir reden! Ich wollte mich entschuldigen!“
„Wofür? Dafür das du mich beschimpft hast, dafür das du mich einfach hast sitzen lassen oder dafür dass du mir so weh getan hast, wie noch keiner vorher?!“, diese Dramatik hatte er eindeutig von Johnny geerbt.
„Für alles, es tut mir einfach leid! Und ich möchte dich näher kennenlernen, ich meine, du bist sein Sohn!“
„Hm, du kennst mich doch schon – ziemlich nah!“
„So meinte ich das nicht, dass sollte nicht mehr vorkommen?“
„Und wieso? Ich will es gerne und du willst es doch eigentlich auch! Ist es wegen meinem Alter!?“
„Es ist, meine Güte, ich kann doch nicht seinen Sohn ficken!“, genau das war es!!! Ray war es unangenehm.
„Hm…“, JJ blickte ihn schief an, in diesem Moment sah er Johnny vor sich sitzen, er war ihm so ähnlich.
„Du siehst aus wie er!“, sagte Ray leise.
JJ sagte nichts. Er wusste es bestimmt.
Ray gab Johnny einen Kuss.

„Lass uns aufs Land raus fahren, da können wir uns einen schönen Tag machen!“, schlug Ray vor.

JJ hatte viel von seinem Vater, er sah ihm nicht nur zum verwechseln Ähnlich, nein, Ray fand in vielen Kleinigkeiten, wie er redetet, was er sagte und in manchen Bewegungen immer wieder parallelen zu Johnny.
Einerseits machte es das für Ray sehr schwer, JJ anzusehen, aber andererseits war er froh darüber.
Was wenn das meine zweite Chance ist?, fragte sich Ray. Bekommt nicht jeder eine zweite Chance, um alles besser zu machen, um sein Leben wieder in die Richtige Bahn zu lenken.
Ray war sich sehr unsicher aber er genoss die Zeit mit JJ. Sie hatten sich auf einer großen Wiese für ein Picknick niedergelassen und JJ redete unentwegt, er erzählte aus seinem Leben, was er machte und was er alles erlebt hatte. Er sprach auch von Johnny. Seine Sicht auf Johnny war eine für Ray völlig fremde. Johnny der Vater. Ray konnte sich das schwer vorstellen, aber das, was JJ von Johnny erzählte, zeigte Ray, dass Johnny dem Jungen wirklich unendlich nah gewesen war, trotz der Entfernung.

Als Ray JJ das erste Mal im Büro seines Großvaters gesehen hatte, war es für ihn, wie Liebe auf den ersten Blick gewesen, wie an jenem Tag, als er Johnny das erste Mal begegnet war.
Dieses Gefühl was einen dabei durchfährt, etwas, dass man nicht beschreiben kann, das hatte Ray nicht losgelassen. Johnny war Rays große Liebe gewesen, die Person, mit der man den Rest seines Lebens verbringen will, die einzige mit der es auch gelingen könnte. Gibt es für jeden Topf nur den einen passenden Deckel?
Was war jetzt JJ? Nur ein Abklatsch von dem, den Ray ewig hatte bei sich haben wollen? Konnte er je mehr für ihn sein, wie das Ebenbild von Johnny. Würde er es irgendwann lassen können, die beiden miteinander zu vergleichen?

Vielleicht war es ja wirklich Rays zweite Chance, sich um den Sohn von Johnny zu kümmern, denn Johnny hatte nicht gewollt, das JJ bei seinen Großeltern aufwächst. Daran konnte Ray zwar nichts tun, aber er hatte die Möglichkeiten JJ wenigstens für eine gewisse Zeit in ’seine‘ Welt mitzunehmen. Hinaus aus dieser feinen Gesellschaft, in der nur Reichtum und Ansehen wichtig sind, es gibt im Leben andere Werte, die Johnny ohne Zweifel wichtiger gewesen waren.

JJ war der typische reiche Junge. In diese Kategorie hätte Ray ihn gesteckt, wenn er ihn aus entfernterer Sicht hätte Beurteilen sollen.
Er war der stolz der ganzen Familie, in der Schule überdurchschnittlich gut, beliebt bei Freunden und hatte alles an Luxus, was er sich nur wünschen könnte. JJ erzählte aus seinem Leben, als lebe er in einem Käfig, was er wohl auch tat, auf eine gewisse Weiße. Ray bedauerte das sehr und als er sich vorstellte, dass auch Johnny so aufgewachsen war, da verstand er plötzlich Johnnys tiefe Abneigung geben sein Eltern und den wortwörtlichen goldenen Käfig.

„Als ich meine erste Freundin mit heim gebracht habe ist mein Grandpa fast vor stolz geplatzt und er hat mir ständig gesagt, wie hübsch sie doch sei und so was. Dann hat er angefangen mich aufzuklären und mir bei einem Gespräch unter Männern Sextipps gegeben. Ich fand das Mega Peinlich!“
Ray stellte sich belustigt vor, wie Opa Dice seinem Enkel Tipps fürs erste Mal gab.
„Wusste Johnny das du eine Freundin hast?“
„Ja, er hat sie auch mal kennen gelernt und fand sie auch ganz okay!“
„Und wie lange warst du mit ihr zusammen?“
„So lang, bis es ernst wurde. Ich hatte nie das Bedürfnis ihr an die Wäsche zu gehen, oder so was! Irgendwann fasste sie das wohl eher als Beleidigung auf!“
„Und was ist eigentlich mit deiner Großmutter, hat die sich nicht mal um die gekümmert?“
„Ach Grandma, die trifft sich doch den ganzen Tag mit furchtbar wichtigen und furchtbar reichen Millionärsgattinnen und dann halten die ganz wichtige Gespräche ab, über das Outfit, was sie am nächsten Tag tragen … jaaa!“
Ray musste lachen. „Du nimmst es mit Humor?“
„Ich fühlte mich immer in einer schwarzen Komödie gefangen! Und der einzige Mensch bei dem ich gerne sein wollte, zu dem durfte ich nicht!“
„Johnny!“, seufzte Ray.
„Bin ich eigentlich für dich, so was wie ein Ersatz für ihn?“
„Nein!“
„Bist du dir sicher? Wenn du einen Wunsch frei hättest, dann würdest du dir, und ich würde das auch sofort tun, doch jetzt wünschen, dass Johnny wieder hier ist, oder?“
Ray sagte nichts.
„Und dann würdest du ihn mehr denn je lieben!“
„Aber diese Rechnung geht doch nicht auf, JJ!“
„Natürlich nicht, aber das was ich meine, ergibt es trotzdem. Ich bin nur an seiner Stelle!“
„Das bist du nicht!“
„Vergleichst du denn nicht insgeheim alles was ich tue und sage mit Johnny?“
„Ich habe ernsthaft versucht, dass sein zu lassen! Es ist schwer, JJ, mir tut es manchmal weh, wenn ich dich nur ansehe, aber auf der anderen Seite bin ich unendlich dankbar, dass es dich gibt und ich dich habe!“
„Weißt du was, am liebsten würde ich für immer bei dir bleiben! Ich bin es so satt,
zuhause immer den braven Sohn zu spielen!“
„Du weißt, dass ich jede Sekunde genieße, die wir zusammen sind, aber das geht trotzdem nicht!“

Die Monate waren nur so verflogen, seit Ray Johnny Jessy kennen gelernt hatte- Seit ihrem ersten Picknick bis jetzt, hatten sie jede freie Minute genutzt beieinander zu sein. Der Druck, das JJ’s Großeltern nichts mitbekamen, lastete zwar schwer auf ihnen, aber Ray wusste das ihre Liebe zueinander das überwinden würde.

** more coming**

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